Wir über uns

 

Der Tischtennisclub DJK Ober-Roden wurde von Mitgliedern der katholischen Jugend gegründet, die sich bereits in den frühen 50iger Jahren intensiv dem Tischtennissport widmeten und Mannschaftsspiele gegen Auswahlmannschaften befreundeter Jugendorganisationen austrugen. Gerade in Gruppenstunden bot das Tischtennisspiel eine interessante Abwechslung, zumal es nicht mit hohen Kosten verbunden ist und auch vom Wetter unabhängig betrieben werden kann. Die ständige Freude am Tischtennissport mündete in den Entschluss, einen Verein im Sinne des Bürgerlichen Gesetzbuches zu gründen.Nur hier durch konnte man Mitglied des Hessischen Tischtennisverbandes werden und an den von diesem veranstalteten Verbandsrunden teilnehmen.

Ein Großteil der Gründungsmitglieder stammt aus der Jugendgruppe des Jahrgangs 1943/44 deren Gruppenführer unser ehemaliger Bürgermeister Alfons Maurer war.

Zu den Gründern gehören:

Alwin Gotta, Reiner F. Gotta †, Alfons Jäger, Hans Keller†, Alfons Maurer, Otmar Maurer,

Klaus Peter, Bernd Piesker, Edmund Schallmayer†, Jürgen Schilp†, Herbert Schleinkofer, Vinzenz Schrod, Willibald Schultheis†, Karl Zirbs.

 

 

Ober-Rodener Anzeigeblatt 1960 Seite 1Ober-Rodener Anzeigeblatt 1960 Seite 2.jpg

Die erste amtliche Veröffentlichung von unserem Verein

 

In den ersten Jahren wurde im „Sälchen“ des Schwesternhauses gespielt – mit Rollläden, Gasheizung, Bühne, Klavier, Bücherschränken und sehr schlechten Lichtverhältnissen. Dann bauten wir in Selbsthilfe den Keller aus. Bald wurde auch dieser Keller zu eng für den wachsenden Spielbetrieb. So konnten wir dann auch gemeindeeigene Spiellokale in Anspruch nehmen, zunächst die alte Mehrzweckhalle, dann zusätzlich die Rodgauhalle und schließlich unser jetziges Spiellokal, die Turnhalle am Gleisdreieck hinter der Kulturhalle.

 

Viele Menschen lesen unseren Namen, ohne zu wissen, was sich hinter dem Kürzel „DJK“ verbindet.

„Deutsche Jugendkraft (DJK)“ klingt ein wenig martialisch und hat einen leichten Geruch von Wehrsportgruppen und Drittem Reich. Aber im Gegenteil: wir sind alles andere als ein Überbleibsel nationalsozialistischer Gleichschaltung.

Der DJK-Verband, ein katholischer Sportverband, bestand schon lange vor der Machtübernahme Hitlers und hat ihn trotz Verbot und Naziterror überlebt.

Gegründet wurde sie 1920 auf dem Katholikentag in Würzburg; Vorläufer hatte sie aber schon seit 1896 in unserer Mainzer Diözese.

 

Die „alte“ DJK Ober-Roden

Ende der zwanziger Jahre war die „DJK “ ein bedeutender Großsportverein in Ober-Roden. Sie wurde 1925 nach Augenzeugenberichten ohne große Formalitäten am Stammtisch als katholischer Sportverein gegründet

Ende der zwanziger Jahre hatte sie etwa 200 Mitglieder und 100 Jugendliche un ihren Reihen. In einem eigenen DJK-Sportverband wurden Handball und hauptsächlich Fußball gespielt. Für diese Spiele waren teilweise weite Strecken zurückzulegen und die Spieltage wurden zu Freundschaftstreffen mit den Gegnern genutzt. Auch in der Nähe gab es DJK-Vereine in den Pfarreien Nieder-Roden, Jügesheim, Münster und Dieburg.

So fand an Ostern 1934 ein Heimspiel gegen die DJK-Freunde aus Gau-Algesheim statt. Es war übrigens das letzte Spiel vor dem Verbot durch das NS-Regime. Auch Freundschaftspiele sind dokumentiert: Am 2. Weihnachtsfeiertag 1932 wurden mit mehreren Mannschaften „Nothilfe-Fußballwettspiele“ twischen Germania Ober-Roden und der DJK Ausgetragen.  Der Erlös kam der sogenannten „Winterhilfe“ zugute.

Der unten angeführte Presseartikel von Weihnachten 1932 gibt einen Eindruck von dem Klima zwischen Germania und DJK.

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Die sorgfältig gedruckte Eintrittskarte gibt uns eine Vorstellung von der damaligen Bedeutung des Bezirksmeisters DJK „Frankonia“ Ober-Roden: Konnte hier doch immerhin ein großes Freunschaftstreffen mit dem Reichsmeister DJK Nürnberg gefeiert werden. Mit Stolz wurde dabei auf die „geschlossene Sportplatzanlage Frankfurter Straße“ hingewiesen.

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Das riesige Gelände an der Frankfurter Straße vor dem Friedhof hatte die katholische Pfarrgemeinde als Sportplatz zur Verfügung gestellt. Für die damalige Zeit bedeutend war auch die Tatsache, dass der Verein über ein richtiges Vereinslokal verfügte: in der Ortsmitte beim „Berkersch`s Karl“.

Mit der nationalsozialistischen Machtergreifung wurde ab 1933 ein blühender Verein innerhalb von zwei Jahren erwürgt. Ober-Roden zählte damals 3139 Einwohner; darunter 2966 Katholiken.  Trotz dieser starken katholischen Prägung war auch hier die Beseitigung der Vereine von Sachbeschädigung, Drohungen und Angstmache begleitet.

Von der Gleichschaltung über das Verbot der Jugendarbeit endet der Leidensweg der DJK Ober-Roden mit der Zwangsauflösung. Heinrich Beetz, der letzte Vorsitzende, wurde 1935 in die Bürgermeisterei bestellt und dort wurde ihm von örtlichen Nazifunktionären die Zwangsauflösung mitgeteilt.

Die DJK-Fahne konnte von Jakob Mieth gerade noch rechtzeitig beiseite geschafft werden.

Nach Verbot und Krieg wurde zunächst – warum auch immer – keine Wiedergründung betrieben.